Teilleistungsschwäche

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Teilleistungsstörung

Entwicklungsverzögerung in einem oder mehreren der folgenden Bereiche : 

die zu Problemen beim Lesen, Schreiben oder Rechnen führen können. Als weitere verursachende Bedingungen können genetische Dispositionen (Vererbung), ungünstige soziale Voraussetzungen (Anregungen, Erziehungsstil, usw.), schulische Faktoren oder psychische Problemlagen wirken.  


Diese Infos betreffen den therapeutischen Bereich - Infos zum Bereich Schule finden sie hier: Schulberatung

Was steht im  ICD-10 ?

Teilleistungsstörung

Allgemein:

Bei überdurchschnittlicher und durchschnittlicher Intelligenz umschriebene sensorische, kognitive und andere Leistungsausfälle. Oft in Kombination mit dem hyperkinetischen Syndrom, im Rahmen eines leichtgradigen, organischen Psychosyndroms, bei frühkindlicher Hirnschädigung. Um eine Chronifizierung zu verhindern, ist eine frühzeitige Feststellung und Behandlung von Nöten.

  • Wahrnehmungsstörungen

Störungen der sensorischen Integration:

-         Lokalisation taktiler Reize

-         Rechts-Links-Diskrimination

-         Position im Raum

  • Störungen der visuomotorischen Koordination

Störungen der Raumlage und räumlichen Beziehungen von Figur-Grund-Wahrnehmungen (Unterscheidung von wesentlichen und unwesentlichen Reizen), der Wahrnehmungskonstanz (Wiedererkennen)

  • Dyskalkulie (Rechenstörung)

Schwierigkeiten im abstrakten Denken und im räumlichen Vorstellen, ohne Nachweis einer umschriebenen gestörten Hirnfunktion

Divide: schwerste Dyskalkulie und Alkalkulie bei hirnorganischer Ursache , z.B.: Folge von Hirntrauma (= Syn. f. Hirnverletzung)

Merke: Alkalkulie = Rechenstörung /Mangelnde Fähigkeit richtiges Rechnen zu erlernen.

  • Legasthenie

Allgemein:

-         Eine Lese- Rechtschreibstörung bei 3 – 7 % der Grundschulkinder

-         Knaben (mehrfach) häufiger als Mädchen

-         Vorkommen öfter bei der Ganzwortmethode als bei lautsynthetischem Lernen.

Ätiologie:

-         nicht eindeutig geklärt

-         diskutiert werden psychogene Faktoren

-         erbliche Formen mit familiärer Häufung

-         frühkindliche Hirnschäden

Symptome:

-         Bestimmte Buchstabenkonstellationen werden nicht erfasst

-         Die simultane (= gleichzeitig, gemeinsam) Gestalterfassung fehlt

-         Buchstaben werden vertauscht

-         Worte oder Wortteile werden verdreht

-         Silben werden weggelassen oder Hinzugefügt

 

Der Schwerpunkt liegt im Lesen oder Schreiben. Oft verbunden mit auditiven oder optischen Wahrnehmungsdefiziten, mit Störungen der Lateralisation (Sinnfehler), seltener auch Sprachentwicklungsstörungen und Sprechstörungen. Bei non-verbalem Intelligenztest Normalbefund. Begleitend oft auch emotionale Störungen des Sozialverhaltens.- Langfristig bleibt oft eine Rechtschreibschwäche bestehen.

 

Therapie:

frühzeitige Behandlung:

-         gezielte Trainingsprogramme

-         pädagogische Maßnahmen (Verbleiben im Klassenverband)

-         keine Benotung der Rechtschreibfertigkeiten (nach kinderpsychiatrischer Bestätigung: „Legastheniker“)

-         zusätzlicher Spezialunterricht

-         Vermeidung negativer Konditionierung

-         Familienberatung

-         Psychotherapie möglich


Informationen der Schulberatung finden Sie hier


In der Praxis erprobte Übungen von Monika T. Karsten, Regensburg

Tipps zum kreativen und fantasievollen Lernen

Mathematik

  1. gustatorisch:

Material:

Mehl, Salz, Zucker, Honig, Marmelade, Paprika, Pfeffer….., Obstsorten klein geschnitten, verschiedene Nussarten, verschiedene Schokolade, Knabbersachen und dergl., einfach alles, was sich bedenkenlos in den Mund „schieben“ lässt in dafür vorbereitete Schälchen gebe. Ein feuchtes Tuch zum Säubern des Fingers.

Eine Maske, Papiertüte oder Tuch, zum Verdecken der Augen

a)     Bereiten Sie bestimmte Gewürze oder dergl. aus Ihrer Küche her oder fragen Sie das Kind, was es für Gewürze und Zutaten aus der Küche kennt und besonders mag.

b)     Nun setzen Sie dem Kind eine vorbereitete Maske auf. Erklären Sie, warum es nichts sehen darf: „Heute wollen wir mit unserer Zunge Rechenübungen machen. Aus diesem Grund verdecken wir die Augen!“ Falls dem Kind dies unangenehm ist, kann es auch einfach nur die Augen schließen, wenn es verspricht nicht zu schummeln.

c)     Nun seien Sie kreativ:

-         Lassen Sie das Kind z.B. einmal mit dem Finger (vorher immer mit der eigenen Zunge anfeuchten) in den Zucker tauchen und den Zucker durch die Zunge ablecken lassen.

-         So nun machen wir eine Rechenaufgabe: Tauche 2 x in den Zucker, merke es dir und nun tauche nochmals 2 x in den Zucker. Wie oft war dein Finger im Zucker? Wie oft hast du den Zucker auf der Zunge gespürt?

-         Diese Art des Rechnens, lässt sich mit allen Dingen, die Sie vorbereitet haben durchführen und ebenso mit allen Rechenarten.

d)     Lassen Sie das Kind kreativ arbeiten:

-         „Du kennst nun unsere Gewürze, mit denen wir heute das Rechnen üben. Jetzt darfst du selbst Rechenaufgaben stellen. Tauche wieder den Finger in ein Gewürz! Lecke diesen ab! Sage dazu selbst eine Rechenaufgabe!“

2. olfaktorisch

Material:

Düftöle, Paprika, Pfeffer….., und dergl., einfach alles, an was man bedenkenlos riechen kann. Wenn möglich in gleiche undurchsichtige kleine Behälter füllen mit Riechlöchern versehen.

a)     Bereiten Sie bestimmte Gewürze, Düfte  oder dergl. her oder fragen Sie das Kind, was es für Gewürze und Düfte kennt und besonders mag.

b)     Nehmen Sie die vorbereiteten Behälter. Erklären Sie, warum die Dinge in die Behälter gesteckt wurden und es nichts sehen darf: „Heute wollen wir mit unserer Nase Rechenübungen machen.

c)     Nun seien Sie kreativ:

- Lassen Sie das Kind z.B. einmal mit der Nase an einem Duftstoff riechen.

-         So nun machen wir eine Rechenaufgabe: Rieche 2 x an der Currydose, merke es dir und nun rieche  nochmals 2 x an der Currydose. Wie oft hast du an der Currydose gerochen? Diese Art des Rechnens, lässt sich mit allen Dingen, die Sie vorbereitet haben durchführen und ebenso mit allen Rechenarten.

-         Ein neuer Duftstoff wird vorgestellt.

-         So nun machen wir eine weite Rechenaufgabe: Rieche 2 x an der Currydose, merke es dir und nun rieche  4 x an der Zitronenmelissedose. Wie oft hast du an den Doftdose gerochen? Wie oft am Curry? Wie oft an der Zitronenmelisse? Diese Art des Rechnens, lässt sich mit allen Dingen, die Sie vorbereitet haben durchführen und ebenso mit allen Rechenarten

-         Lassen Sie es an allen Stoffen riechen.

-         Wie viele Düfte hast du bemerkt? Welche hast du erkannt?

-         Schließe nun die Augen. Sie lassen das Kind 5 X am Orangenduftöl riechen. Es muss es sich merken. Sie lassen es am Majoran 2 x riechen. Es muss es sich merken. Wenn ich sage: „Meine Rechenaufgabe heißt:  Ziehe den Majoran von dem Orangenduft ab. Wie oft hast du dann riechen dürfen?…….

d)     Lassen Sie das Kind kreativ arbeiten:

-         „Du kennst nun unsere Düfte , mit denen wir heute das Rechnen üben. Jetzt darfst du selbst Rechenaufgaben stellen. Sage dazu selbst eine Rechenaufgabe!“

 

Sie werden feststellen, während der Ausführungen kommen Ihnen noch sehr viele variable Rechenübungen in den Sinn. Ihrer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

 3. akustisch

Material:

Verschieden Dinge, mit denen sich Geräusche erzeugen lassen, evtl. Musikinstrumente, eine Maske, Papiertüte oder Tuch, zum Verdecken der Augen.

a)     Bereiten Sie bestimmte Dinge her,  die Geräusche erzeugen oder benützen Sie Musikinstrumente.

b)     Nun setzen Sie dem Kind eine vorbereitete Maske auf. Erklären Sie, warum es nichts sehen darf: „Heute wollen wir mit unseren Ohren Rechenübungen machen. Aus diesem Grund verdecken wir die Augen!“ Falls dem Kind dies unangenehm ist, kann es auch einfach nur die Augen schließen, wenn es verspricht nicht zu schummeln.

c)      Nun seien Sie kreativ:

-         Setzen Sie sich dem Kind gegenüber und lassen Sie es  einfach einmal in einige Geräusche, die Sie erzeugen, hineinhören.

-         So nun machen wir wieder eine Rechenaufgabe: Wie oft hörst du meinen Schlüsselbund? 

-         Wie oft hörst du den hellen Ton auf meiner Gitarre? Wie oft hörst du denn dunklen Ton? Wie viele Töne sind das zusammen?

-         Diese Art des Rechnens, lässt sich mit allen Dingen, die Sie vorbereitet haben durchführen und ebenso mit allen Rechenarten.

 

-         Stellen Sie sich hinter das Kind. Das Kind soll erst sitzen, dann stehen. Machen Sie Ihre Übungen einmal für die linke Seite und dann für die Rechte. Wie oft hörst du den Schlüsselbund auf der rechten Seite? …..

-         Diese Art des Rechnens, lässt sich mit allen Dingen, die Sie vorbereitet haben durchführen und ebenso mit allen Rechenarten.

d)     Lassen Sie das Kind kreativ arbeiten:

-         „Du darfst dir selber im Zimmer die Gegenstände aussuchen, die dir gefallen und damit Geräusche machen.  Nun wollen wir mit den Geräuschen wieder das Rechnen üben. Jetzt darfst du selbst Rechenaufgaben stellen. Mache Geräusche und sage dazu selbst eine Rechenaufgabe!“

 4. visuell

Material:

Bestimmte Farbstifte, Steine….Dinge, die sich im Zimmer befinden.

a)     Fragen Sie das Kind, was es im Zimmer so sieht. Wo es dies sieht? Lassen Sie diese Dinge beschreiben. Lassen Sie das Kind erklären, wofür diese Dinge sind.

b)     Nehmen Sie die vorbereiteten Dinge. „Heute wollen wir mit unseren Augen Rechenübungen machen!“

c)     Nun seien Sie kreativ:

-         Lassen Sie das Kind z.B. alle Dinge die rot sind aufzählen und dann zusammenzählen.

-         So nun machen wir eine Rechenaufgabe: Suche  2 rote Gegenstände, merke sie dir und nun suche 4 blaue Gegenstände. Wie viele Gegenstände hast du gefunden? ….. Diese Art des Rechnens, lässt sich mit allen Dingen, die Sie vorbereitet haben oder sich im Zimmer befinden  durchführen und ebenso mit allen Rechenarten.

d)     Lassen Sie das Kind kreativ arbeiten:

-         „Du kennst nun hier viele Gegenstände , mit denen wir heute das Rechnen üben. Jetzt darfst du selbst Rechenaufgaben stellen. Sage dazu selbst eine Rechenaufgabe!“

Sie werden feststellen, während der Ausführungen kommen Ihnen noch sehr viele variable Rechenübungen in den Sinn. Ihrer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

 

 5. taktil

Material:

Verschieden Dinge in Mehrfachausführung, zwei Körbchen, ein großes Tuch, eine Maske, Papiertüte oder Tuch, zum Verdecken der Augen.

LRS

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