Analphabethismus

Analphabethismus

 

Primärer Analphabetismus:

Von einem primären Analphabetismus wird immer dann gesprochen, wenn der Betroffene keinen (ausreichenden) Zugang zu einer entsprechenden Bildungsmöglichkeit (Schule) hatte. In Deutschland liegt die Zahl der primären Analphabeten bei ca. 0,6%.

Funktionaler Analphabetismus:

Von einem funktionalen Analphabetismus wird immer dann gesprochen, wenn es dem Betroffenen nicht möglich war, trotz einer entsprechenden Schulbildung, die Schriftsprache in einem für die Alltagsbewältigung ausreichendem Maße, dauerhaft zu erwerben. In der 2011 durchgeführten Leo-Level One Studie liegt der Anteil funktionaler Analphabeten unter der erwerbsfähigen Bevölkerung in Deutschland bei 14%. Dies entspricht 7,5 Mio. Menschen. Davon sind wiederum 4,4 Mio. Menschen deutsche Muttersprachler.

Zu den 7,5 Mio. funktionalen Analphabeten kommen weitere 13,3 Mio. Menschen im erwerbsfähigen Alter hinzu, deren Rechtschreibung des gängigen Wortschatzes auffällig ist.

Quelle: Leo – Level-One Studie/ Presseheft. Anke Grotlüschen/ Wibke Riekmann 2011

 

Gibt es einen Unterschied zwischen Legasthenie und funktionalem Analphabetismus?

Funktionaler Analphabetismus versus Legasthenie:

Von einem funktionalen Analphabetismus wird dann gesprochen, wenn die Ursachen hierfür in der Biografie (soziales Umfeld, familiäres Umfeld) zu finden sind. Bei einer Legasthenie handelt es sich hingegen um eine genetisch bedingte Teilleistungsstörung.

Diese Unterscheidungen basieren jedoch eher auf einer wissenschaftlichen Abgrenzung. In der Realität lässt sich diese strikte Unterteilung oftmals nicht einhalten. Viel eher ist es so, dass einem funktionalen Analphabetismus oftmals eine Legasthenie zugrunde liegt.

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Artikel - Regensburger Tageszeitung 8.9.15

Kommentar dazu

Bild entnommen aus der Regensburger Tageszeitung

 

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